Viscose – Die weiche Alternative zur Seide

Viscose stricken bedeutet arbeiten mit einer der vielseitigsten Fasern überhaupt – weich wie Seide, atmungsaktiv wie Baumwolle, mit herrlichem Fall und einem Glanz der jedes Strickstück elegant macht. Wer schon mal ein Tuch aus Viscose gestrickt hat, weiß: Dieses Garn ist etwas Besonderes.

Viscose – auch Kunstseide oder Rayon genannt – ist eine halbsynthetische Faser aus natürlichem Zellstoff. Hergestellt aus Holz (meist Buche, Bambus oder Eukalyptus), verbindet sie die besten Eigenschaften von Natur- und Kunstfasern: weich, saugfähig, atmungsaktiv, mit einem wunderschönen Glanz der an Seide erinnert.

Was ist Viscose?

Viscose ist eine halbsynthetische Faser aus natürlichem Zellstoff. Der Name „Viscose” kommt vom lateinischen „viscosus” für klebrig – ein Hinweis auf den Herstellungsprozess, bei dem der Zellstoff in eine viskose Masse verwandelt und durch Düsen gepresst wird.

Im Handstrickbereich ist Viscose besonders für Sommerstücke beliebt. Die Faser kühlt angenehm auf der Haut, nimmt Feuchtigkeit auf und fällt wunderbar – ideal für leichte Pullover, Tücher, Ponchos und Accessoires, die im Sommer nicht kleben oder schwitzen lassen.

Die Rohstoffe für Viscose sind nachwachsend: Buchenholz, Bambus, Eukalyptus. Das macht Viscose umweltfreundlicher als reine Synthetikfasern wie Acryl oder Polyester. Der chemische Prozess ist aber energieintensiv – ökologischere Alternativen sind Seacell, Modal oder Hanf.

Eigenschaften von Viscose

Eigenschaft Bewertung Details
Weichheit ⭐⭐⭐⭐⭐ Seidenweicher Griff, angenehm kühl auf der Haut
Atmungsaktivität ⭐⭐⭐⭐⭐ Hervorragend, wie Baumwolle
Feuchtigkeitsaufnahme ⭐⭐⭐⭐⭐ Saugt 50% mehr als Baumwolle
Fall ⭐⭐⭐⭐⭐ Wunderschöner, fließender Fall
Glanz ⭐⭐⭐⭐⭐ Seidenähnlicher Glanz, elegant
Formstabilität ⭐⭐⭐ Neigt zum Ausleiern, besonders nass
Pflege ⭐⭐⭐ Handwäsche empfohlen, empfindlich nass
Preis ⭐⭐⭐⭐ Mittel, günstiger als Seide

Viscose zum Stricken – Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Seidenweicher Griff: Viscose ist eine der weichsten Fasern überhaupt – herrlich auf der Haut, kein Kratzen.
  • Exzellente Atmungsaktivität: Perfekt für Sommer, kühlt natürlich und lässt die Haut atmen.
  • Saubere Farbaufnahme: Viscose färbt sich brillant und farbecht – die Farben leuchten.
  • Schöner Fall: Ideal für Tücher, Ponchos und fließende Oberteile. Der Drap ist einzigartig.
  • Nachhaltiger als Synthetik: Aus nachwachsendem Holz, biologisch abbaubarer als Polyacryl.
  • Hypoallergen: Für Wollallergiker eine gute Alternative zu tierischen Fasern.
  • Vielseitig: Von Lace bis zu dicken Garnen – Viscose gibt es in allen Stärken.

Nachteile

  • Verliert nass an Festigkeit: Viscose ist feucht deutlich empfindlicher als trocken. Vorsicht beim Waschen!
  • Neigt zum Ausleiern: Schwere Stücke können sich dehnen. Flach trocknen!
  • Knitteranfällig: Braucht Pflege, um glatt zu bleiben. Bügeln auf niedrigster Stufe.
  • Handwäsche empfohlen: Nicht so pflegeleicht wie Acryl oder Polyester.
  • Strickverhalten: Kann auf der Nadel rutschen, braucht Übung. Bambus- oder Holz-Nadeln helfen.
  • Nicht für Socken: Zu empfindlich für hohe Abriebbelastung.

Viscose vs. andere Fasern

Wie schneidet Viscose im Vergleich zu ähnlichen Fasern ab?

Eigenschaft Viscose Seide Baumwolle Modal
Griff Seidenweich Seidenweich Weich, trockener Seidenweich
Preis Mittel Hoch Niedrig-Mittel Mittel
Atmungsaktiv Sehr gut Sehr gut Sehr gut Sehr gut
Pflege Mittel Anspruchsvoll Einfach Einfacher
Formstabilität Mittel Gut Gut Besser
Umwelt Mittel Mittel Hoch Besser

Viscose ist die Mittelklasse – seidenweich, aber deutlich günstiger als echte Seide. Modal ist eine weiterentwickelte Form der Viscose mit besserer Formstabilität.

Viscose richtig pflegen

Viscose braucht etwas mehr Aufmerksamkeit als reine Synthetik. Mit diesen Regeln hält dein Strickstück ewig:

  • Handwäsche bei max 30°C: Lauwarmes Wasser, Feinwaschmittel oder Wollwaschgang. Keine aggressive Reibung!
  • Nass nicht auswringen: Viscose verliert nass bis zu 50% Festigkeit. Vorsichtig ausdrücken, in ein Handtuch rollen.
  • Flach liegend trocknen: Auf einem Handtuch in Form ziehen (blocking). Aufhängen führt zum Ausleiern!
  • Bügeln auf niedrigster Stufe: Idealerweise noch feucht bügeln. Höhere Temperaturen können das Garn beschädigen.
  • Lagerung: Gefaltet im Schrank. Nicht hängend – das zieht das Stück in die Länge.

Profi-Tipp: Strickstück nach dem Waschen vorsichtig in Form ziehen (blocking) und flach trocknen. So behält es seine Passform und der Fall kommt zur Geltung.

Für welche Projekte eignet sich Viscose?

Viscose glänzt bei leichten, fließenden Stücken – überall dort, wo Fall und Eleganz gefragt sind:

  • Sommerpullover: Kühlend, atmungsaktiv, elegant. Ein Viscose-Pullover ist ein Sommerteil für besondere Anlässe.
  • Tücher und Schals: Der wunderschöne Fall macht Viscose zum idealen Material für Lace-Shawls und leichte Tücher.
  • Leichte Oberteile: Fließend, feminine Silhouette – Viscose fällt wie Seide, kostet aber weniger.
  • Babydecken: Weich, hypoallergen, angenehm auf zarter Haut.
  • Ponchos: Der Fall ist das Markenzeichen – Viscose fließt wunderbar.
  • Amigurumi: Die weiche Struktur ergibt schöne Oberflächen für gehäkelte Figuren.

Weniger geeignet für: Socken (zu viel Abrieb), dicke Winterpullis (nicht wärmend genug), Projekte die Maschinenwäsche brauchen, sehr straffe Muster (Viscose leiert leichter).

Unsere Viscose-Empfehlungen

Bei Claudia D. Mode & Wolle findest du ausgewählte Viscosegarne und Viscose-Mischungen:

👉 Viscosegarn entdecken

Kombi-Tipp: Viscose mischt sich hervorragend mit Baumwolle für mehr Stabilität, oder mit Polyamid für Strapazierfähigkeit. Viscose-Baumwoll-Mischungen sind bei uns im Laden sehr beliebt.

Häufige Fragen

Ist Viscose schwer zu stricken?
Viscose kann auf der Nadel rutschen – besonders auf glatten Metallnadeln. Mit Bambus- oder Holz-Nadeln hast du mehr Kontrolle. Nach ein paar Reihen gewöhnst du dich an das Strickverhalten.

Kann man Viscose waschen?
Handwäsche bei 30°C ist ideal. Maschinenwäsche nur mit speziellen Viscose-Garnen auf Schonprogramm – aber Ausleiern ist möglich. Immer das Pflegeetikett beachten!

Ist Viscose nachhaltig?
Teilweise. Viscose stammt aus Holz, einem nachwachsenden Rohstoff. Die chemische Verarbeitung ist aber energieintensiv. Seacell, Modal oder Hanf sind noch umweltfreundlicher.

Warum leiert Viscose aus?
Viscose verliert nass an Festigkeit – die Fasern entspannen sich. Schwere, nasse Strickstücke dehnen unter ihrem eigenen Gewicht. Flach trocknen und blocking verhindern das!

Kann man Viscose mit Wolle mischen?
Ja! Viscose-Wolle-Mischungen kombinieren die Weichheit von Viscose mit der Wärme von Wolle. Perfekt für Übergangs-Pullover.

Verwandte Synthetikfasern

ModalPolyamidPolyacrylPolyesterAcryl – alle pflegeleichte Alternativen mit unterschiedlichen Stärken.

Fazit

Viscose stricken bedeutet arbeiten mit einem Garn von besonderer Eleganz – weich wie Seide, kühlend wie Baumwolle, mit einem Fall, der jedes Stück zur Wohltat macht. Wer bereit ist, ein bisschen mehr Pflege aufzuwenden, bekommt ein Garn mit außergewöhnlichem Tragekomfort und wunderschönem Aussehen. Ideal für Sommer, Tücher und alles, was fließend fallen soll.

Mehr über Garn-Materialien und ihre Eigenschaften erfährst du in unserem Garn Materialien Vergleich.


Hast du Fragen zu Viscose? Komm vorbei – wir beraten dich gerne im Fachgeschäft!

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